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Transportbranche: DSLV legt Jahresbericht vor

Mautkosten für Euro-VI-Lkw sind zu hoch und der Fahrermangel ist das drängendste Problem der Branche. Und gegen die sozialen Missstände im Straßengüterverkehr braucht es klare Regeln und effektive Kontrollen.

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In seinem Jahresbericht wiederholt der Deutsche Speditions- und Logistikverband (DSLV) die Kritik der Mauterhöhung. Der Verband moniert, dass die Lkw-Emissionsstandards der Euro-VI-Norm die Hauptlast tragen. Immerhin aber setze die „Förderrichtlinie zur Anschaffung energieeffizienter und CO2-armer schwerer Nutzfahrzeuge“ – wenn auch verspätet – ein wichtiges Signal. Das Fördervolumen von zehn Millionen Euro allerdings scheint dem DSLV etwas mager angesichts der ambitionierten Ziele. Besonders betroffen von der Mauterhöhung ist der Stückgutmarkt. Nachdem die Sendungen im vergangenen Jahr schon knapp acht Prozent teurer wurden, könnten nun alleine die Kosten für die Straßenbenützung um mehr als 80 Prozent steigen.

Als eines der drängendsten Probleme der Logistik aber indiziert der DSLV den Fahrermangel. Alleine in Deutschland würden bis zu 45.000 Fahrzeugführer fehlen, heißt es in dem Bericht. Punktuell komme es bereits zu Lieferverzögerungen. Als eine der Ursachen nennt der Verband das schlechte Image des Berufs. Neben dem eher niedrigen Lohnniveau liege das an schwierigen Begleitumständen etwa an den Laderampen oder auf Parkplätzen. Die Gesellschaft müsse endlich begreifen, dass Logistik und Transport nicht zum Spottpreis zu haben seien.

Aber auch die sozialen Missstände im europäischen Straßengüterverkehr beschäftigen den Verband, der EU-weit harmonisierte Standards fordert. Er baut dabei auf das „Mobility Package“ der EU-Kommission zur Modernisierung von Mobilität in Europa. Mit den Themenclustern Straßenbenutzungsgebühren/Maut, sozial gerechte und wettbewerbsfähige Mobilität sowie Kabotage habe die Kommission überwiegend richtige Schwerpunkte gesetzt.

Der Verband sieht in einer Harmonisierung der rechtlichen Rahmenbedingungen innerhalb der EU-Mitgliedstaaten eine wichtige Voraussetzung um dem Ziel freier Märkte näher kommen zu können. Dennoch muss die EU nach Ansicht des DSLV weiter nachjustieren. Die illegalen Praktiken und sozialen Missstände müsse man mit europäischen Vorschriften über Lenk- und Ruhezeiten bekämpfen, die eine regelmäßige Rückkehr an den Wohnort vorschreiben. Außerdem will der Verband, dass die Kabotageregelungen präzisiert werden und ihre Einhaltung streng überwacht. Auch die Flucht vieler Transportunternehmen in derzeit ungeregelte Märkte könnte gestoppt werden, wenn bereits Fahrzeuge ab 2,4 Tonnen nicht nur mautpflichtig wären, sondern deren Einsatz ebenfalls an die für Güterkraftverkehrsunternehmen mit größeren Fahrzeugen bewährten gesetzlichen Regeln des Markt- und Berufszugangs gebunden wäre.

 



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