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VDA: Standort Deutschland stärken

Auf dem 18. VDA-Mittelstandstag wirbt Bernhard Mattes, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), für die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland. Elektromobilität und Digitalisierung seien dabei eine Chance.

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„In einer Zeit, die geprägt ist von vielen neuen Umbruchsituationen – politisch, wirtschaftlich und technologisch –, ist die Politik mehr denn je gefordert, die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandortes Deutschlands zu stärken“, erklärte VDA-Präsident Mattes zum Auftakt des 18. VDA-Mittelstandstags vor rund 200 Unternehmern in Gravenbruch bei Frankfurt am Main. Die deutsche Automobilindustrie werde in diesem Jahr mit 11,2 Millionen Pkw erstmals doppelt so viele Fahrzeuge im Ausland produzieren wie im Inland.

Mattes: „Drei von vier Autos, die wir in Deutschland fertigen, gehen in den Export. Wachstum, Wohlstand und Beschäftigung sind also eng mit dem freien Zugang zu den Märkten verknüpft. Deshalb sehen wir mit Sorge die zunehmenden protektionistischen Tendenzen in wichtigen Regionen.“ Auch die Rahmenbedingungen am Standort Deutschland müssten verbessert werden. Man brauche Antworten auf steigende Energiekosten in Deutschland und Antworten auf die US-Steuerreform, da sie einen Standortnachteil für Deutschland und Europa darstelle. „Gut ist, dass notwendige Investitionen in die Infrastruktur und in Schlüsseltechnologien, wie die Elektromobilität, die Digitalisierung und das automatisierte und vernetzte Fahren, laut Koalitionsvertrag in dieser Legislaturperiode oben auf der Agenda stehen. Jetzt geht es um eine rasche und nachhaltige Umsetzung“, sagte Mattes.

Die deutsche Automobilindustrie habe in den vergangenen Jahren ihren Absatz weltweit kontinuierlich gesteigert. Allerdings seien die Unternehmen weit davon entfernt, sich auf der aktuell guten wirtschaftlichen Lage auszuruhen Mattes: „Sie investieren massiv in neue Technologien, auf der Antriebsseite ebenso wie beim vernetzten und automatisierten Fahren. Insbesondere die deutsche Automobilzulieferindustrie befindet sich aufgrund ihrer konsequenten Internationalisierung in einer Position der Stärke. Damit sind die Voraussetzungen gegeben, um auch die neuen Herausforderungen in einem sich verschärfenden Wettbewerbsumfeld anzupacken.“

Der VDA-Präsident verwies auf die Ergebnisse der Studie „Future Automotive Industry Structure – FAST2030“, die die Strategieberatung Oliver Wyman gemeinsam mit dem VDA zum dritten Mal erstellt hat und die erstmals auf dem Mittelstandstag präsentiert wurde. Darin werden die wichtigsten Techniktrends und deren Auswirkungen auf die Wertschöpfungskette analysiert. Sie zeigt auf, wie sich Automobil-zulieferer auch in stürmischen Zeiten behaupten können.

„Die Automobilindustrie bleibt auf Wachstumskurs“, so Mattes. Laut der FAST2030-Studie werde die weltweite Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen, die 2017 rund 95 Millionen Einheiten umfasste, bis zum Jahr 2030 auf 123 Millionen steigen. Das ist ein Plus von rund 30 Prozent. Entsprechend werde sich auch die automobile Wertschöpfung inflationsbereinigt um 30 Prozent auf über 1,1 Billionen Euro erhöhen. Allerdings sei dieses Wachstum verknüpft mit erheblichen strukturellen Veränderungen – regional, technologisch und wirtschaftlich.

„Elektromobilität, Digitalisierung, vernetztes und automatisiertes Fahren sowie neue Formen der urbanen Mobilität sind – neben immer strengeren CO2-Vorgaben – die Treiber der Entwicklung. Darauf richten sich Hersteller und Zulieferer bereits ein“, betonte Mattes. Die vernetzte Fertigung in Zeiten von Industrie 4.0 biete neue Chancen und Effizienzgewinne gerade auch in der Produktion. Die Elektromobilität sowie das automatisierte und vernetzte Fahren forderten allerdings von manchen Zulieferern einen Umbau und eine Erweiterung der bisherigen Produktpalette. Künftig würden immer mehr softwaregetriebene, dynamische Fahrzeug- und Powerkontrollsysteme gebraucht, erläuterte der VDA-Präsident. Mit ihrer hohen Innovations-geschwindigkeit seien die deutschen Hersteller und Zulieferer auf die neuen Herausforderungen vorbereitet.

Laut der FAST20130-Studie werden im Jahr 2030 Elektroautos (BEV) rund ein Viertel des Pkw-Weltmarktes ausmachen, während der Anteil der Hybrid-Fahrzeuge auf 37 Prozent steigt. Nicht nur der technische Wandel sorgt für Druck: Lokale Beschaffungsquoten bis zu 80 oder 90 Prozent je nach Hersteller sowie globale Plattformen erfordern von den Automobilzulieferern ein noch stärkeres Engagement im Ausland, damit sie auch weiterhin im Geschäft sind.

Die Elektromobilität ist laut Mattes ein Game Changer: „Vor wenigen Jahren noch wurden batterieelektrische Antriebe als Nischenprodukt angesehen. Mittlerweile rechnen wir damit, dass im Jahr 2025 ein Anteil von 15 bis 25 Prozent der globalen Pkw-Flotte elektrifiziert sein wird. Für große und kleine Zulieferer ist das rasanter Wandel.“

Entsprechend ihrer Fächerstrategie setze die deutsche Automobilindustrie jedoch nicht alles auf eine Karte. „Neben den alternativen Antrieben optimieren wir den Verbrennungsmotor weiter, wir forschen an erdölunabhängigen E-Fuels, die eine spannende Option für eine klimaneutrale Mobilität sind. Und der moderne Diesel ist Teil der Lösung, nicht Teil des Problems“, betonte Mattes. Denn der Diesel bis zu 25 Prozent sparsamer im Verbrauch und emittiere bis zu 15 Prozent weniger CO2 pro Kilometer als ein vergleichbarer Benziner. Mattes: „Das ist insbesondere für größere Fahrzeuge mit hoher Jahreslaufleistung ein entscheidender Vorteil, auch aus klimapolitischer Sicht.“


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