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KEP-Dienste: Hermes testet autonome Paketlieferung per Roboter

In Hamburg starten das Technologieunternehmen Starship und der KEP-Dienstleister Hermes Germany einen Versuch mit der Zustellung von Paketen per Roboter. Die Hamburger Behörden haben nun für den Test grünes Licht gegeben.

Als exklusiver Logistikpartner plant Hermes voraussichtlich ab Ende August sukzessive den Testbetrieb an PaketShops in den Ortsteilen Ottensen, Volksdorf sowie im Grindel aufzunehmen. Bis zu drei Roboter von Starship sollen dann zunächst bis Ende des Jahres reguläre Paketsendungen an ausgewählte Testkunden zustellen. Starship erprobt den Einsatz seiner Roboter bereits in London/Großbritannien, Washington/USA und Tallinn/Estland.

„Ich freue mich sehr, dass sich das Unternehmen Hermes dazu entschieden hat, diese innovative Art der Paketzustellung in Hamburg zu testen“, so Andreas Rieckhof, Staatsrat der Hamburger Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation. Dieser Pilotversuch sei ein wichtiger Baustein für Hamburg auf dem Weg zu einer Modellregion für eine emissionsarme innerstädtische Belieferung.

„Als Hamburger Unternehmen und Teil der Otto Group spielt der Standort Hamburg für Hermes eine wichtige Rolle – und zwar nicht nur wirtschaftlich, sondern auch emotional“, sagt Frank Rausch, CEO von Hermes Germany. Daher habe man alles daran gesetzt, die Deutschland-Premiere der Starship-Roboter nach Hause an die Elbe zu holen. Rausch: „Dass uns die Hamburger Behörden vorbehaltlich einer letzten Prüfung so schnell grünes Licht gegeben haben, freut mich deshalb umso mehr.“

Während des zunächst viermonatigen Pilottests pendeln die Zustellroboter von Starship zwischen den teilnehmenden Hermes PaketShops und ausgewählten Testkunden. Transportiert werden reguläre Sendungen, die im sogenannten WunschPaketShop-Service von Hermes verschickt werden. Dabei handelt es sich um Pakete, die auf Wunsch des Kunden nicht nach Hause, sondern in einen PaketShop von Hermes geliefert und dort abgeholt werden. Immer mehr Onlineshopper ziehen eine solche Lieferung der klassischen Haustürzustellung vor, etwa weil sie tagsüber nicht zuhause sind oder die Sendung nicht beim Nachbarn abgegeben werden soll.

Regulär hinterlegt Hermes eine Sendung zehn Tage lang zur persönlichen Abholung im Shop. Hier kommen nun testweise die Starship-Roboter zum Einsatz: Anstatt eine Sendung nach Anlieferung im Shop persönlich dort abzuholen, können die Tester per Smartphone einen Roboter damit beauftragen, ihnen die Sendung nach Hause zu bringen. Konventionelle Zustelltouren oder gar Zusteller ersetzen die Roboter somit nicht.

Die Lieferung per Roboter kann laut innerhalb von dreißig Minuten erfolgen, die Anlieferzeit bestimmt der Kunde. Hat das Fahrzeug sein Ziel erreicht, erhält der Empfänger eine SMS-Benachrichtigung und kann seine Sendung an der Haustür entgegennehmen. Das Öffnen des Transportfachs erfolgt über einen individuell verschlüsselten Öffnungslink. Wird eine gewaltsame Öffnung versucht, löst der Roboter umgehend Alarm aus und verständigt automatisch die Zentrale. Dank konstantem GPS-Signal und eigener Lokalisierungstechnologie lasse sich die Position des Fahrzeugs jederzeit bis auf einen Zoll genau zurückverfolgen, so Hermes.

Jeder Zustellroboter ist während des Betriebs dauerhaft online und mit einem Mitarbeiter von Starship verbunden. We überwacht die Fahrt des Roboters auf dem Fußweg und kann im Notfall jederzeit eingreifen. Bei den Tests in Hamburg ist zusätzlich eine weitere Person vor Ort, die den Roboter begleitet und für Fragen zur Verfügung steht. Das gilt insbesondere für die sogenannte Mapping Phase, in der der Roboter seine Testumgebung kennenlernt und sich mit den Gegebenheiten vor Ort vertraut macht. Erst nach Abschluss dieser Erkundungsfahrten ist ein autonomer Fahrbetrieb überhaupt möglich – und selbst dann bleibt das Fahrzeug stets mit der Zentrale verbunden.

Zustellroboter von Starship fahren maximal Schrittgeschwindigkeit und verkehren ausnahmslos auf Fußwegen und anderen, für Fußgänger vorgesehenen Bereichen. Straßen und Radwege werden lediglich zum Kreuzen genutzt – und das nur nach Freigabe durch den Operator. Ampeln und Zebrastreifen erkennt das System über Kameras und Sensoren ebenso vollautomatisch wie plötzlich auftauchende Hindernisse, die zu einem sofortigen Stopp des Fahrzeugs führen. Auch deshalb gab es bei den bisherigen Tests keinerlei Zwischenfälle.

„Wir erhoffen uns vor allem Antworten auf Fragen wie: Sind Roboter in der Paketzustellung realistisch einsatzbar? Wie müssen wir unsere Prozesse anpassen? Und vor allem: Wie reagieren die Kunden?“, erklärt Rausch.





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