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BIEK-Studie: Nachhaltige Stadtlogistik

Der Bundesverband Paket- und Expresslogistik (BIEK) hat in Berlin seine Studie über den Einfluss der KEP-Dienste auf die Entwicklung einer umweltgerechten Logistik im urbanen Bereich präsentiert.

„Für die Entwicklung einer nachhaltigen Stadtlogistik brauchen wir mehr Unterstützung von der Politik in Bund und Kommunen“ - mit einem Appell hat Florian Gerster, früherer Chef der Bundesagentur für Arbeit und neuer BIEK-Vorsitzender in der Bundeshauptstadt eine zusammen mit der TU Nürnberg erarbeitete Studie vorgestellt. Erstmals wurde untersucht, welche Umweltwirkungen von den Kurier-, Paket- und Expressdiensten ausgehen. „Hierzu gibt es so gut wie keine Daten. Der Fokus der kommunalen Erfassung liegt auf dem Schwerlastverkehr“, konstatierte der Autor der Studie, Professor Ralf Bogdanski. Er monierte auch, dass die Zuständigkeiten für den Wirtschaftsverkehr „stark fragmentiert“ seien und es keine Entscheidungskompetenz in den Umwelt- und Wirtschaftsbehörden gebe.

Ein wichtiges Ergebnis der Analysen und Befragungen von KEP-Unternehmen, dem Handelsverband und Einzelhändlern, die in den Städten Nürnberg und Frankfurt stattfanden: Die Belastung durch KEP-Dienste geht fast im Grundrauschen der Umweltbelastungen in der Stadt unter. Allerdings gebe es externe Effekte, insbesondere was den Verkehrsfluss und die Sicherheit beträfe. Und auch wenn die eingesetzten Fahrzeuge sehr modern und die Zustellraten sehr hoch seien, es handle sich eben doch um „konventionelle Fahrzeuge“. Alternative Antriebe würden bisher allenfalls als „Pilotprojekte“ eingesetzt. Es gelte aber, die innenstädtische Belieferung auf der letzten Meile nachhaltiger zu gestalten.

Bogdanski sieht vor allem zwei Säulen: Die Elektromobilität sowie die Kombination Mikro-Depots und Lastenräder. Daneben bräuchte es auch ein dichtes Netz aus neutralen Paketshops oder Schließfächern als Alternative zur dominanten Adresszustellung, das müsse aber „sozialverträglich“ und im öffentlichen Raum akzeptabel sein. Haupttreiber der Entwicklung für mehr Nachhaltigkeit seien die zunehmend rigiden Zufahrtsbeschränkungen der Städte aufgrund von Luftreinhalteplänen, aber auch die Reduzierung des CO2-Ausstoßes, sprich der Klimaschutz. "In den Zielsetzungen besteht zwischen den Beteiligten eine große Übereinstimmung“ konstatierte Bogdanski. Trotzdem geschehe zu wenig.

Für die Umsetzung müssten sich die Rahmenbedingungen grundlegend ändern, nicht zuletzt die Straßenverkehrsordnung geändert werden. Auch die Stadtplanung müsse grundlegend umdenken, man brauche dringend Sondernutzungsflächen, befand Bogdanski. Es gehe um eine Priorisierung des Wirtschaftsverkehrs, etwa durch Einrichtung spezieller Ladezonen samt Stromanschlüssen für KEP-Transporter oder die Einrichtung neutraler Mikro-Depots als logistischer Zwischenschritt vor der Feinverteilung per Lastenrad. „Die KEP-Dienste sind für den Einzel- und Online-Handel, was der öffentliche Personennahverkehr für Stadtbewohner darstellt“, skizzierte Florian Gerster. „Ein paar Autos werden auch in Zukunft fahren müssen - aber das sollen die sein, die die Grundversorgung der Stadt sichern. Nur dann sind Städte lebenswert“, blickte der BIEK-Chef voraus. Die Branche schaffe das aber nicht im Alleingang, ohne Förderung gehe es nicht.

Die Angebote in Sachen Elektromobilität seien derzeit noch viel zu teuer, zum anderen erfülle kein Fahrzeughersteller die Anforderungen der Kurierdienste, stellte Bogdanski fest. Im Hinblick auf die heikle Frage, ob konkurrierende KEP-Dienste sich zur gemeinsamen Nutzung etwa von Mikro-Depots oder gemeinsamen Stellflächen - im Gespräch sind derzeit etwa auch städtische Parkhäuser - oder Bündelung zusammenfänden, signalisierte der BIEK-Geschäftsführer Marten Bosselmann „grünes Licht“: „Wir wollen unseren Beitrag für mehr Nachhaltigkeit leisten, sofern es nicht zu einer Sendungsvermischung komme“, sagte er.

 



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