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Kommentar: Schöne grüne Welt

Transport-Chefredakteur Torsten Buchholz über gutgemeinte, aber häufig nicht zu Ende gedachte Ansätze beim Umweltschutz.
Es gehört zum guten Ton, sich Gedanken über die Umwelt zu machen. Wenn jemanden das grüne Gewissen plagt, dann kann das nur ein Gutmensch sein. Gute Gedanken sind Initialzünder für Taten. Allerdings ist der Entschluss zur Weltrettung nicht per se von Vernunft getragen. Wer Güter auf die Bahn bringen will, muss zwangsläufig mit deutlich mehr lautem Schienenverkehr rechnen und Trassen einplanen, die schöne Naturgebiete durchschneiden. Wer den Atomausstieg will, muss riesige zusätzliche Stromleitungen quer durch die ganze Republik in Kauf nehmen. Wer den ganzen Verkehr am liebsten elektrifizieren will, sollte sich auf nächtliche Stromausfälle einstellen, weil Millionen von leergefahren E-Mobilen gerade gierig an der Steckdose hängen und das Netz kollabieren lassen. Wer vernünftigen Straßengüterverkehr will, sollte seine präpubertäre Angst vorm Lang-Lkw in den Griff bekommen. Der Wunsch nach einer schönen grünen Welt ist berechtigt und überlebensnotwendig. Doch Gutgemeintes kann leider auch das Gegenteil bewirken.

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