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IAA 2017: Faurecia zeigt NOx-Reinigung zum Nachrüsten

Der französische Zulieferer Faurecia präsentiert ein Nachrüstkonzept für Euro-5-Diesel mit gasförmig gespeichertem Ammoniak in Tauschkartuschen. Das System benötigt weniger Platz als AdBlue und hat Potenzial als Problemlöser in der Diesel-Krise. Auch clever: Telematik-App, mit der sich der NOx-Ausstoß der Flotte überwachen lässt.

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Der französische Zulieferer Faurecia hat in Frankfurt eine NOx-Reduktionstechnik mit gasförmigem Ammoniak vorgestellt, die sich auch nachrüsten lässt. Die Faurecia-Tochter, das dänische Clean-Tech Unternehmen Amminex, will mit der sogenannten BlueFit-Hardware-Technik für die Reinigung von Dieselabgasen die Emissionsstandards von Euro 6 unter realen Fahrbedingungen sogar übererfüllen können. In unabhängigen Tests der TU Graz wurde ein herkömmliches mittelgroßes, drei Jahre altes Dieselfahrzeug mit einem 1,5-Liter-Motor (Euro 5) verwendet. Die Emissionen des Fahrzeugs wurden sowohl vor als auch nach der Nachrüstung des Wagens mittels PEMS-Geräten (tragbare Emissionsmesssysteme) erfasst. "Die Basismessungen des Autos ergaben zunächst Emissionen von 800 mg (Sommer) bis zu 1.300 mg (Frühling) NOx pro Kilometer, was vier bis sieben Mal mehr ist als der Euro 5-Grenzwert", schildert der Anbieter die Versuchsanordnung. 180 mg NOx pro Kilometer sind in Euro 5 erlaubt. Nach der Nachrüstung des Autos mit BlueFit hätten sich die durchschnittlichen Emissionen unter realen Fahrbedingungen auf 40 mg NOx pro Kilometer reduziert. Dieses Ergebnis liege deutlich unter dem aktuellen Emissionsstandard von Euro 6 (80 mg NOx/km). Ohne größeren Zusatzaufwand könnten rund 95 Prozent des NOx aus den Abgasen des Dieselfahrzeugs mit Euro 5 entfernt werden.

In Nutzfahrzeugen bereits erprobt

Das Unternehmen hat bereits mit dem sogenannten ASDS (Ammoniak Storage and Delivery System) eine Technologie für Nutzfahrzeuge entwickelt, die Stickoxid-Emissionen (NOx) nachweislich um 99 Prozent reduziert. Das System wurde laut Hersteller auf über 30 Millionen Kilometern unter realen Fahrbedingungen getestet, in 300 Bussen in Kopenhagen. Die Alternative AdBlue reduziere bei gleichen Fahrbedingungen in der Stadt deutlich weniger NOx, erklärt das Unternehmen. Zudem soll es auch bei niedrigeren Temperaturen arbeiten, was bei herkömmlichen SCR-Systemen problematisch ist.

Relativ einfache Nachrüstung, bei SCR-Fahrzeugen

Technisch besteht die Lösung aus zwei Hauptelementen: Eine verkleinerte Version des ASDS, das bereits bei Nutzfahrzeugen und SCR-Katalysator eingesetzt wird. Das System wird ist in der Reserveradmulde installiert und der SCR-Katalysator ist an der Abgasleitung unter dem Auto angebracht. Es seien keine Änderungen im Motorraum, bei der Kalibrierung des Motors, dem Diesel-Partikelfilter oder dem Stromnetz nötig, vespricht der Anbieter. Die Standard-Konfiguration besteht aus zwei kompakten Patronen mit festem Ammoniak, was 16 Liter AdBlue entspricht. Die Reichweite damit werde rund 15.000 km betragen, der Patronenaustausch in einer Werkstatt nehme zwei Minuten in Anspruch, so das Versprechen. Einige Modelle, etwa größere SUV oder auch Transporter böten Platz für eine dritte Patrone, die die Reichweite potenziell auf mehr als 20.000 Kilometer verlängert.

Clevere Lösung: NOx-Ausstoß in Echtzeit verfolgen

Im gleichen Kontext präsentierte Ammonix auch eine Telematik-App namens "NOx-Tracker", mit der Fuhrparkmanager oder Stadtverwaltungen den realen NOx-Ausstoß in ihrer Flotte oder im Verkehr in Echtzeit überwachen und so gegebenenfalls reagieren können. Faurecia hatte im Frühjahr eine strategische Partnerschaft mit ZF abgeschlossen, die jetzt weiter vertieft werden soll.

Unser Fazit: Wenn es stimmt, was der renommierte Zulieferer verspricht, könnte das Ammoniak-Patronen-System wirklich aus der Diesel-Falle helfen, zumindest bei Euro-5-Autos mit SCR-Kat, aber viel zu kleinem AdBlue-Tank... Es lässt sich nachrüsten und soll nicht zu teuer sein. Denn bei aller Elektro-Euphorie, die Gegenwart ist Diesel - und da sollte man sehen, wie man ihn möglichst sauber bekommt. Clevere Innovation aus Dänemark mit viel Potenzial.



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