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Elektrofahrzeug: AL-KO und ABT Sportsline entwickeln KEP-Transporter für DHL

Der Kemptener VW-Audi-Haustuner ABT Sportsline und der Achsen- und Chassisspezialist AL-KO haben auf Basis ihres vollelektrischen Plattformfahrgestells ein KEP-Zustellfahrzeug für die Deutsche Post DHL konfiguriert.

Der Stromer läuft bereits im Feldtest in einer Stückzahl von zehn Exemplaren in Bonn sowie mit einem Fahrzeug am ABT-Stammsitz in Kempten in der CO2-freien Belieferung. Das 13-Zoll-Tiefrahmenchassiskonzept auf Basis eines VW T6-Triebkopfs war bereits auf der IAA Nutzfahrzeuge vorgestellt worden und kombiniert die Fahrwerkstechnik von AL-KO mit der E-Antriebstechnik von ABT. Clou dabei ist, dass die Batterien mit 28,8 kWh Kapazität zwischen den Längsträgern des AL-KO-Rahmens platziert wurden, wodurch das Fahrzeug uneingeschränkt für Aufbauten aller Art geeignet ist. ABT setzt dabei auf robuste und alterungsresistente Lithium-Eisen-Phosphat Batterien des US-amerikanischen Anbieters A123. Der Akkusatz soll für mindestens 7.500 Ladezyklen gut sein. Im Praxiseinsatz werden die Energiespeicher zudem schonend über Nacht an der Haushaltssteckdose geladen.

Akku für zwei Tage

„Häufig kommen die Fahrzeuge aber auch mit einer Akku-Ladung über zwei Tagestouren“, berichtet Franziska Krebs, Projektleiterin e-Mobility bei ABT aus der Praxis. Konzeptionell seien die Fahrzeuge und Antriebstechnik für mindestens 300.000 Kilometer Laufleistung bei Maximalbelastung ausgelegt. In den realen Ladezyklen bei der Post sollen es bis zu 600.000 Kilometer sein. Generell sei einer der Schlüsselfaktoren beim E-Fahrzeugbau das Energiemanagement.

Hier habe man stark aus den Erfahrungen des Formel-E-Einsatzes bei ABT profitiert, wo der VW-Tuner seit 2014 aktiv ist. „Die Zielsetzung ist die gleiche, möglichst clever mit der kostbaren Akku-Energie haushalten“, beschreibt Jens Häberle, Bereichsleiter e-Mobility bei ABT. Einen Erstauftrag für das Fahrzeugkonzept stellt die Klein-Serie für die Deutsche Post DHL dar. Das Fahrzeug verfügt über einen 88-kW-Bosch-Synchron-Elektromotor mit über 200 Nm Drehmoment und der das Fahrzeug im „Worst case“, sprich Wintereinsatz mit vielen Haltepunkten, 80 Kilometer weit bringen soll. Nach ECE-Zyklus schafft der E-Transporter bis zu 140 Kilometer Reichweite. Wobei der Hersteller für die Aufheizung der voluminösen Fahrerkabine auf eine Diesel-Zusatzheizung zurückgreift.

„Die Einbußen für die Heizung wären sonst enorm“, erläutert ABT-Bereichsleiter Jens Häberle. Um den Schwund durch etwaige Kälteeinwirkung zu reduzieren, werden die Batterien zudem beheizt mit Wärmematten direkt am Akku. Die Batterien wiegen gut 300 Kilogramm, die aber auf das Gesamtfahrzeuggewicht aufgerechnet werden dürfen. Das Leergewicht des E-Chassis beträgt 1.900 Kilogramm. Dadurch habe man keine Einbußen bei der Nutzlast, präzisiert Häberle.

Mehr Nutzlast als Diesel

Das Gesamtgewicht des aktuell aufgebauten Fahrzeugs beziffert sich auf 3.925 Kilogramm, was sogar 200 Kilogramm mehr Nutzlast als bei der Verbrennervariante wären. Der E-Transporter darf aufgrund der E-Auto-Ausnahmeregelung mit B-Klasse-Führerschein gefahren werden. Mit Lkw-Führerschein sind dank der AL-KO-Tandemachse am Heck Gesamtgewichte bis 4.600 Kilogramm möglich. Zudem wirbt das Hersteller-Konsortium mit der flexiblen Längenanpassung des Chassis für unterschiedliche Bedürfnisse. Die maximale Fahrzeuglänge beläuft sich auf 8.961 Millimeter, die maximale Rahmenlänge auf 6.296 Millimeter, was Kofferaufbauten bis 35 Kubikmeter ermöglicht. Wahlweise ist auch eine AL-KO Vollluftfederung erhältlich, mit der sich das Fahrzeugheck um 25 Millimeter heben und um 80 Millimeter senken lässt, etwa für die Beladung mit Rollcontainern.

Für den Einsatz als Zustellfahrzeug wurde die Hälfte der Fahrzeuge mit dem im Herbst 2015 vorgestellten KEP-Kofferaufbau von Krone („KEP-Shuttle“) mit patentiertem gewölbten Dach von Brüggen ausgestattet, der die gleichen Handling- und Ergonomiekriterien erfüllt wie die übrigen DHL-Zustellfahrzeuge. Bei einer weiteren Tranche von fünf Fahrzeugen experimentiert DHL mit einem Aufbau der hauseigenen Streetscooter GmbH, bei der auch ein eigner Batteriesatz von Streetscooter erprobt wird.

Die ABT-Variante fährt sich dem ersten Eindruck nach ausgereift, das Konzept wirkt durchdacht und gründlich gemacht. Das Anfahren erfolgt angenehm sanft und ebenso gut dosierbar wie das Rückwärtsrangieren. Allerdings dauert es ein bisschen, bis per Taster auf den Rückwärtsgang umgeschaltet ist. Der Antrieb arbeitet sehr leise und ohne die sonst bei E-Fahrzeugen oft üblichen surrenden Geräusche. Auch der ohne Abstufungsmöglichkeit integrierte Rekuperationsmodus trifft eine sanfte Mitte zwischen „Rollen lassen“ und „Energierückgewinnung“. Statt eines Drehzahlmessers zeigt die Skala der linken Uhr in den unveränderten Instrumenten die Reichweite an. Insgesamt erweist sich der ABT-AL-KO-eCab als unkomplizierter und voll city-tauglicher KEP-Transporter, der zudem die Pkw-artigen Handling- und Komforteigenschaften der (jüngst erneuerten) VW-T6-Basis mit Vorderradantrieb nahezu voll erhält. Die Summe dieser Eigenschaften macht den eCab dem Vernehmen nach auch zu einem beliebten Gefährt bei den Zustellfahrern in Bonn.


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