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Wirtschaft und Politik

Port of Hamburg

05.05.2010

Transportbranche: Viele kleinere Unternehmen existenziell bedroht

Nach Einschätzung des Branchenexperten Professor Klaus könnte ein durchgreifender Strukturwandel das Aus für rund die Hälfte der kleineren im Ladungsverkehr Transportunternehmen in Deutschland bedeuten.


Im Rahmen des Symposiums „Logistik Innovativ“, das am 4. und 5. Mai 2010 im Bayerischen Prien am Chiemsee stattgefunden hat, hat der Sprecher des "Cluster Logistik" in Bayern, Professor Peter Klaus, einen dramatischen Strukturwandel innerhalb der Transportbranche in Deutschland prognostiziert. Danach werde sich die Transportwirtschaft in den kommenden Jahren sehr rasch „industrialisieren“. Dabei werden sich laut Klaus die bisher eher „handwerklich“ geprägte Produktion von Ladungstransport-Leistungen und die Führung von vielen klein- und mittelbetrieblichen Anbieterunternehmen in die Richtung von mehr und optimierter Arbeitsteiligkeit, Standardisierung der Prozesse und Produkte, Verdichtung der Ladungsaufkommen und Netzwerke entwickeln. Klaus verweist in diesem Zusammenhang auf die Entwicklung der Transportwirtschaft in den USA in den letzten gut 20 Jahren.

Die Transportbranche in Deutschland muss sich Klaus zufolgen dem Druck zur massiven Veränderung stellen. Der emeritierte Professor der Universität Erlangen-Nürnberg fordert von den Transportunternehmen ein Umdenken und den Mut zur Kreativität. Vor allem Netzwerken gehöre die Zukunft. Dabei müsse allerdings auch die nötige Infrastruktur für den Straßengüterverkehr geschaffen werden. Dazu würde unter anderem die Schaffung von mehr Lkw-Parkplätzen, Fahrerwechselstationen und Umsattelplätzen gehören. Klaus fordert zudem von der verladenden Wirtschaft mehr Flexibilität bei Lieferzeiten, um eine optimale Auslastung der Transportverkehre zu erreichen.

Keinen Hehl macht Professor Klaus aus den dramatischen Folgen, den dieser Strukturwandel für kleinere Transportunternehmen haben könnte. Für die Hälfte der rund 10.000 bis 12.000 im Ladungsverkehr Transportunternehmen in Deutschland, die einen bis zehn Lkw haben, könnte das das Aus bedeuten. Klaus rät diesen Unternehmen sich rechtzeitig andere Betätigungsfelder in logistischen oder anderen Dienstleistungsfeldern zu suchen. (tbu)

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