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Wirtschaft und Politik

Port of Hamburg

03.02.2010

Niedersächsische Seehäfen mit Umschlagseinbußen

Die niedersächsischen Seehäfen haben im abgelaufenen Jahr 2009 ein Umschlagsvolumen von 52,420 Millionen Tonnen generiert. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr (62,326 Millionen Tonnen) einem Rückgang um 16 Prozent.


Brake verzeichnete dabei einen Umschlagsrückgang von 18,5 Prozent im abgelaufenen Jahr (4,674 Millionen Tonnen in 2009; 5,741 Millionen Tonnen in 2008). Zurückzuführen ist dies auf einen verminderten Umschlag von Getreide. Rückläufig war auch das Umschlagsvolumen bei Eisen und Stahl sowie Forstprodukten. Mittelfristig erwartet man in Brake wieder steigende Umschlagszahlen im Massengutbereich wie auch beim konventionellen Stückgut.

Ein Umschlagsvolumen von 1,741 Millionen Tonnen ist in Cuxhaven seeseitig realisiert worden (2,066 Millionen Tonnen in 2008). Der Automobilumschlag ist hier mit insgesamt 189.470 Fahrzeugen zwar um 12 Prozent gesunken, neue Verkehre aus Spanien und Großbritannien, die seit kurzem Cuxhaven mit Fahrzeugen der Marken Renault und Landrover anlaufen, lassen aber mittelfristig wieder auf steigende Zahlen in diesem Ladungssegment hoffen. Der Stückgutumschlag in Cuxhaven verlor gegenüber dem Vorjahr insgesamt um 11 Prozent (1,373 Millionen Tonnen in 2009; 1,546 Millionen Tonnen in 2008).

Im Seehafen Emden sind mit 3,634 Millionen Tonnen im Seeverkehr 18 Prozent weniger Güter umgeschlagen worden als in 2008 (4,426 Millionen Tonnen). Der Automobilumschlag ist mit 820.506 umgeschlagenen Fahrzeugen um 19 Prozent hinter dem Rekordergebnis von mehr als einer Million Fahrzeuge in 2008 zurückgeblieben. Dennoch verzeichnet der Hafen sein bislang fünftbestes Ergebnis im Bereich Automobilumschlag. Auch für 2010 ist die Autologistikwirtschaft im Emder Hafen zuversichtlich. Der Umschlag von Forstprodukten ging mit 598.368 Tonnen gegenüber dem Vorjahr um zehn Prozent zurück (663.998 Tonnen in 2008).

Nordenham verbuchte ein im Seeverkehr realisiertes Umschlagsvolumen von 3,308 Millionen Tonnen. Obwohl die Kohleverladungen mit 2,256 Millionen Tonnen um knapp 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden konnten, ist der Umschlag insgesamt um 8,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen (3,619 Millionen Tonnen in 2008). Verluste gab es in Nordenham insbesondere bei den Mineralölprodukten sowie bei Erzen und Abbränden.

In Stade, dem umschlagsmäßig drittgrößten Hafen in Niedersachsen, ging der seeseitige Umschlag auf 4,822 Millionen Tonnen um 13 Prozent zurück (5,538 Millionen Tonnen in 2008). Bei den flüssigen Massengütern konnte im Seeverkehr ein Plus von 5 Prozent auf 2,327 Millionen Tonnen (2,220 Millionen Tonnen in 2008) erreicht werden. Ebenfalls leichte Zuwächse gab es bei Aluminiumoxyd und -hydroxyd (+ 2 Prozent; 371.905 Tonnen in 2009; 365.593 Tonnen in 2008). Deutliche Rückgänge mussten dagegen beim Umschlag von Metallerzen wie Bauxit hingenommen werden, von denen in 2009 mit 1,892 Millionen Tonnen etwa 30 Prozent weniger umgeschlagen wurden als in 2008 (2,720 Millionen Tonnen).

Wilhelmshaven meldete ein Umschlagsvolumen von 33,577 Millionen Tonnen für 2009. Dies entspricht einem Rückgang um 17 Prozent (40,309 Millionen Tonnen in 2008). Ursächlich sind hier die deutlichen Mengenverluste bei Rohöl (- 12 Prozent; 24,860 Millionen Tonnen in 2009; 28,239 Millionen Tonnen in 2008) und Mineralölprodukten (- 40 Prozent; 4,557 Millionen Tonnen in 2009; 7,596 Millionen Tonnen in 2008). Der Kohleumschlag an der Niedersachsenbrücke bleibt im Vergleich zum Vorjahr weitgehend konstant (2,208 Millionen Tonnen in 2009; 2,228 Millionen Tonnen in 2008). Positiv hat sich in Wilhelmshaven der Umschlag von Flüssiggas (LPG) entwickelt (+ 30 Prozent; 136.007 Tonnen in 2009, 104.361 Tonnen in 2008).

Der Standort Leer meldet ein leichtes Plus von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr, insgesamt wurden im Seeverkehr dort 99.326 Tonnen umgeschlagen (95.242 Tonnen in 2008). Im See- und Binnenverkehr belief sich das Umschlagsvolumen in Leer auf 537.631 Tonnen.

Mit 120.449 Tonnen konnte im kommunalen Hafen Oldenburg 34 Prozent mehr Umschlag im Seeverkehr generiert werden als in 2008 (89.930 Tonnen). Der Ausbau der Hunte, der ein größeres nutzbares Tidefenster geschaffen hat, macht sich hier deutlich positiv bemerkbar. Im Gesamtumschlag (See- und Binnenverkehr) kam Oldenburg auf 1,094 Millionen Tonnen.

Die Umschlagszahlen im Seeverkehr konnten auch für den Seehafen Papenburg leicht gesteigert werden. 441.417 Tonnen (438.954 Tonnen in 2008) sind per Seeschiff umgeschlagen worden. Hauptumschlagsgüter waren wiederum Kies, Torf, Schiffs- und Maschinenteile sowie Holzprodukte. Festzustellen ist ferner, dass Schiffsfrachten im Seehafen Papenburg im vergangen Jahr verstärkt in größeren Einheiten geliefert wurden und somit eine deutliche Zunahme der Seeschiffe erreicht werden konnte. Dieser Trend zeichnet sich bereits jetzt auch für das Jahr 2010 ab. Im Binnenverkehr wurden in Papenburg 347.360 Tonnen umgeschlagen. (swe)

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