22.07.2010
ADAC: Keine Schauveranstaltung für Gigaliner
Der geplante bundesweite Feldversuch für überlange Lkw-Kombinationen muss nach Ansicht des ADAC ein seriöses Urteil über die Risiken dieser Fahrzeuge ermöglichen. Eine Begrenzung der Versuchsfahrten auf die Autobahnen lehnt der Automobilclub ab.
„Schauveranstaltungen kann man sich getrost schenken“, posaunt ADAC-Vizepräsident für Verkehr Ulrich Klaus Becker. „Bei einer dauerhaften Zulassung der neuen Groß-Lkw wird es nicht ausbleiben, dass diese Fahr-zeuge auf Landstraßen mit Ortsdurchfahrten unterwegs sind. Deswegen müssen die Risiken vor allem im untergeordneten Straßennetz ausgelotet werden“, meint Becker weiter. Die Rahmenbedingungen für den Versuch mit den bis zu 25,25 Meter langen Lkw sollen nach Informationen des ADAC heute von einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe erarbeitet werden.
Besondere Gefahren durch die langen Lkw sieht der ADAC beim Befahren von Ortsdurchfahrten sowie an Kreisverkehre und beim Abbiegen an Kreuzungen. Einer der Untersuchungsschwerpunkte muss daher auf diese kritischen Stellen gelegt werden.
Auch die Auswirkungen auf den gesamten Verkehrsablauf sind zu prüfen. Zu fragen ist auch, inwieweit lange Lkw im Zusammenspiel mit dem Bahn-, See- und Binnenschiffverkehr einsetzbar sind. Der Feldversuch muss nach Meinung des ADAC zeitlich und vom Umfang her beschränkt sein und durch ein unabhängiges Institut wissenschaftlich begleitet werden. (tpi)
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